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1. Damen-Halbfinale: Berliner HC - Münchner SC 5:4 (2:1)
29.01.2011

BHC zieht nach spannender Endphase ins Finale ein

In einer sehr attraktiven und am Ende spannenden Partie zieht der Berliner HC mit einem knappen 5:4 (2:1) gegen den Münchner SC ins Finale der Deutschen Meisterschaft ein. Der MSC war bei seiner ersten Endrundeteilnahme ein mehr als ebenbürtiger Gegner. BHC-Trainer Dennis Grueneberg: „Das war das enge Spiel, das alle erwartet haben. Allerdings haben wir uns das Leben am Ende selber ein wenig schwer gemacht.“ MSC-Trainer Claas Henkel war mit dem Spiel seiner Mannschaft trotz der Niederlage zufrieden: „Wir haben uns teuer verkauft, haben aber nach dem 3:2 in der zweiten Halbzeit ein wenig den Kopf verloren.“


Ohne Abtasten setzten beide Mannschaften von Beginn an Akzente in der Offensive, aber beide Teams standen – angeführt von den gut aufgelegten Torhüterinnen Kim Platten (MSC) und Barbara Vogel (BHC) – auch defensiv sehr sicher. Chancen ergaben sich nur aus Strafecken, die aber sicher entschärft wurden. Die erste große Chance aus dem Spiel heraus hatte in der 11. Minute Franziska Stern für den BHC, die aber zwei Mal an einer glänzend reagierenden Kim Platten scheiterte. Der BHC hatte nun mehr Spielanteile und wurde mit der Führung durch Anke Brockmann belohnt, die eine Strafecke rechts oben in den Winkel platzierte (18.). Nur drei Minuten später hatte Janina Totzke nach feinem Zuspiel von Natascha Keller die Chance, die Führung auszubauen, aber wiederum reagierte Platten sehr gut. Der MSC stellte nach einer Auszeit um, störte nun früh den Aufbau des BHC und kam immer besser ins Spiel. Nationalspielerin Hannah Krüger erzielte den Ausgleich nach einem couragierten Alleingang über das halbe Feld. Nur Momente später spielte jedoch Totzke Mitspielerin Nina Laudahn im Kreis frei, die den BHC wieder in Front brachte – die Münchner Abwehr stand in dieser Situation zu weit weg von ihren Gegenspielerinnen.

Der MSC kam besser aus der Kabine – Katrin Winkelmeier erzielte mit einem schönen Schlenzer ins kurze Eck den verdienten 2:2-Ausgleich. Der Berliner HC schien diesen Weckruf gebraucht zu haben. Anke Brockmann verwandelte eine Linksablage nach Strafecke (40.) zur erneuten Führung und nur eine Minute später schloss Routinier Natascha Keller einen Alleingang zum 4:2 ab. Gegen eine tief stehende BHC-Abwehr konnte der MSC Mitte der zweiten Halbzeit nur wenig ausrichten. Einen MSC-Angriff fing wiederum Natascha Keller am eigenen Schusskreis ab und startete erneut einen Alleingang: 5:2 für den BHC (46.), den die meisten Zuschauer nun sicher im Halbfinale wähnten. Aber der MHC kämpfte sich ins Spiel zurück. Trainer Class Henkel nahm sieben Minuten vor Spielende seine Torhüterin zu Gunsten einer sechsten Feldspielerin vom Platz und machte Druck. Der BHC konnte kaum noch offensive Akzente setzen. Katrin Winkelmaier blockte in der 57. Minute den Ball zum Anschlusstreffer ins Tor. Der MHC verstärkte noch einmal den Druck und erspielte sich Chancen über Chancen, vor allem nachdem Janina Totzke 57 Sekunden vor Spielende eine Zeitstrafe kassierte und der MSC nun zwei Spielerinnen mehr auf dem Platz hatte. Wiederum Winkelmeier erzielte 40 Sekunden vor dem Abpfiff das 4:5. Die letzten Angriffe des MHC konnte der BHC allerdings routiniert abwehren und sicherte sich den Einzug in das Finale.

Nach Abpfiff hatten beide Trainer eine Partie auf Augenhöhe gesehen, die aber am Ende noch einmal spannend wurde. BHC-Trainer Grueneberg: „Nach dem 5:2 haben wir es versäumt, die Führung noch weiter auszubauen. Dadurch haben wir uns unnötig Stress bereitet, und eine 4:6-Unterzahl am Spielende ist immer schwer zu verteidigen. Natürlich hatten wir heute auch ein Quäntchen Glück.“ Sein Münchner Kollege Henkel trauerte ein wenig dem 2:3 hinterher: „Danach haben wir leider etwas kopflos reagiert und noch zwei Tore gefangen. Der BHC hat in dieser Situation auch clever gespielt. Über das gesamte Spiel gesehen haben wir im Aufbau zu viel Aufwand betreiben müssen.“ MSC-Torhüterin Kim Platten: „Trotz unserer ersten Endrundeteilnahme hat es uns sicherlich nicht an Erfahrung gemangelt – nach den drei Gegentreffern in der zweiten Halbzeit hat es einfach zu lange gedauert, bis wir wieder zu unserem Spiel gefunden haben.“

Tore:
1:0 Anke Brockmann (KE, 19.)
1:1 Hannah Krüger (29.)
2:1 Nina Laudahn (30.)
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2:2 Katrin Winkelmeier (35.)
3:2 Anke Brockmann (KE, 40.)
4:2 Natascha Keller (41.)
5:2 Natascha Keller (46.)
5:3 Katrin Winkelmeier (57.)
5:4 Katrin Winkelmeier (60.)

Strafecken:
BHC 6 (2 Tore) / MHC 2 (keine Tore)

Gelbe Karte:
Janina Totzke (BHC, 60.)

Schiedsrichter:
Julia Blasek / Michelle Meister
50. Hallen-Endrunde Damen & Herren
29. & 30. Januar 2011 in Duisburg