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Finale Herren: UHC Hamburg - Club an der Alster 14:15 (8:8, 7:7, 3:3)
30.01.2011

Alster kämpft in hoch dramatischem Endspiel Lokalrivale UHC nieder

Der neue Deutsche Meister im Hallenhockey der Herren heißt Club an der Alster! Alsteraner, die am Vortag bereits Titelverteidiger Mannheimer HC ausgeschaltet hatten, setzten sich in einem hoch dramatischen, reinen Hamburger Endspiel erst im Siebenmeterschießen mit 14:15 (8:8, 7:7, 3:3) gegen den UHC Hamburg durch. Damit feiern die Alster-Herren nach 2004 den insgesamt zweiten Hallen-Titel der Vereinsgeschichte. „Ich bin unfassbar stolz auf die Truppe“, sagte Meistertrainer Joachim Mahn. „Wir haben aus den Fehlern in der Vergangenheit gelernt und mit enormem Willen und auch ein bisschen Glück eine tolle Saison gespielt. Aber das Glück muss man sich auch erarbeiten. Wir waren heute taktisch sehr gut auf den UHC eingestellt, hatte oft die richtige Lösung parat. Am Ende hätte es eigentlich zwei Sieger geben müssen, aber das geht ja nun mal nicht.“


„Wir waren heute nicht ganz so frisch wie gestern gegen Köln, das hat man vor allem am Anfang gemerkt“, sagte ein sichtlich enttäuschter UHC-Coach Martin Schultze nach dem Spiel. „Wir hatten es mehrfach in der Hand, die Partie für uns zu entscheiden. Aber am Ende haben die Routiniers bei Alster das heute hervorragend gespielt. Uns fehlte da an der einen oder anderen Stelle noch die Cleverness. Wir haben eine fantastische Hallensaison gespielt. Das am Ende nicht der Titel steht, ist natürlich sehr enttäuschend. Mir tut es vor allem für Patrick Breitenstein leid, der insgesamt eine überragende Endrunde gespielt hat.“

Die beiden Lokalrivalen, die sich aus zahlreichen Duellen bestens kennen, hielten sich nicht lang mit Abtasten auf und legten sofort rasant los. Schon in der dritten Minute hatten die Fanlager je einen Treffer bejubelt. Zunächst hatte der UHCer Oliver Korn nach einem unwiderstehlichen Sololauf von links ins lange Eck getroffen, auf der anderen Seite brauchte Alessio Ress nach einem leichtfertigen Ballverlust die Kugel nur noch ins leere Tor zu schlenzen. Mit einem doppelten Doppelpass zwischen Moritz Fürste und Marco Miltkau hebelte der UHC in der 5. Minute die Alster-Defensive aus und Miltkau brachte sein Team wieder in Führung. In der Folge beruhigte sich das Geschehen ein wenig und die Abwehrreihen standen stabiler. Doch vor allem Alster gelang es in dieser Phase, die Raumdeckung der „Uhlen“ immer wieder zu knacken. So bediente Justus Scharowsky mit sehenswerter Vorarbeit Jonathan Fröschle, der von halblinks die Partie wieder ausglich (14.). Jetzt entwickelte sich ein tolles Spiel mit vielen Kreisszenen, in dem Alster nach 19 Minuten erstmals in Führung ging. Balleroberung Biederlack, Pass auf von Drachenfels. Der scheitert noch am gut parierenden Nico Jacobi, doch gegen den Nachschuss von Alessio Ress war der UHC-Keeper machtlos.

Die erste Ecke des Spiels hatte der UHC, nachdem Ress beinahe ins eigene Tor getroffen hatte und Keeper Jessulat auf dem Ball lag. Doch der Nationalkeeper parierte den Schuss von Patrick Breitenstein (24.). Und auch gegen Moritz Fürste parierte Jessulat zwei Minuten später glänzend. Doch bei der nächsten Strafecke war er machtlos, als Moritz Fürste eine verzögerte Ablage von Breitenstein links oben versenkte (29.). Dafür war Jessulat sensationell zur Stelle, als er Sekunden vor der Halbzeitpause zwei hundertprozentige Einschussmöglichkeiten von Fürste und Dieter Linnekogel entschärfte.

Der zweite Durchgang begann wie der erste – mit frühen Chancen: Oliver Korn hämmerte die Kugel an die Unterkante der Latte, stand beim Schuss allerdings knapp nicht im Kreis (32.). Auf der anderen Seite holte Alessio Ress nach einem schönen Solo eine Strafecke heraus, die Spezialist Jonathan Fröschle in den rechten Winkel schlenzte (35.). Jetzt agierten die Teams etwas verhaltener, weniger Klasse hatte die Partie dadurch aber keineswegs. Auch diese Führung hatte nicht lange Bestand, denn Moritz Fürste glich mit einem harten Schlenzer im Nachschuss wiederum aus, nachdem der heute bärenstarke Jessulat einmal mehr sensationell gegen Tom Mieling gehalten hatte (38.). Die Partie wogte hin und her und bot Chancen im Minutentakt. Doch wie Jessulat zeigte auch Jacobi im UHC-Tor heute eine Klasseleistung.

Und die Vorderleute standen dem in nichts nach: Dieter Linnekogels Ecke landete erst am Innenpfosten und dann im Tor (48.). Nur eine Minute später bekommt Daniel von Drachenfels den Ball von Keeper Jessulat. Der Stürmer vernascht Jacobi und gleicht wieder zum 5:5 aus. Im nächsten Angriff Konter Alster: Fröschle bleibt Sieger im Eins-gegen-eins gegen Jacobi und bringt sein Team wieder in Führung (49.). Doch der UHC hatte die Antwort parat: Breitenstein passte aus dem eigenen Kreis auf Fürste und der markierte im Fallen über Jacobi das 6:6 (51.). Die Partie war jetzt völlig offen, es ging praktisch Schlag auf Schlag. Wieder war es der starke Fröschle, der nach Biederlack-Pass vorlegte (54.). Moritz Fürste glich umgehend mit einem Rückhand-Schlenzer halbhoch aus der Mitte den erneuten Ausgleich zum 7:7 (54.). Die Mannschaften hielten bis zum Schluss das Tempo enorm hoch und es sollte noch eine Chance auf den Sieg in der regulären Spielzeit geben. In der Schlusssekunde noch einmal Ecke für den UHC. Linnekogel tritt an, doch der überragende Jessulat lenkte den harten Schlenzer sensationell an das Lattenkreuz – Verlängerung!

Dort begann es eher verhalten, keiner wollte einen möglicherweise vorentscheidenden Fehler machen. Die erste echte Chance führte dann auch zum Treffer. Marco Miltkau überraschte Tim Jessulat im Alster-Tor mit einem Rückhandschuss durch die Beine (65.) – der UHC lag 8:7 vorn. Alster hatte mit dem Halbzeitpfiff der Verlängerung die Ausgleichschance, doch die Ecke für Fröschle war ungenau herausgegeben und Nico Jacobi parierte den Schuss. Auch die nächste fand nicht den Weg ins Tor, weil Oliver Korn den Ablageschlenzer von Alessio Ress in Toraus ablenken konnte (69.). Den verdienten Ausgleich markierte dann aber doch Daniel von Drachenfels, der den zuvor sensationell parierenden Jacobi mit einem Schlenzer überwinden konnte (73.). Dieses dramatische Finale musste im Siebenmeterschießen entschieden werden. Hier trafen die ersten sechs Schützen jedes Teams, ehe im letztlich entscheidenden Duell Daniel von Drachenfels für Alster traf und für den UHC Hamburg der letzte Schuss von Patrick Breitenstein „nur“ ans Lattenkreuz krachte.

Tore:
1:0 Oliver Korn (3.)
1:1 Alessio Ress (3.)
2:1 Marco Miltkau (5.)
2:2 Jonathan Fröschle (14.)
2:3 Alessio Ress (19.)
3:3 Moritz Fürste (KE, 29.)
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3:4 Jonathan Fröschle (KE, 35.)
4:4 Moritz Fürste (38.)
5:4 Dieter Linnekogel (KE, 48.)
5:5 Daniel von Drachenfels (49.)
5:6 Jonathan Fröschle (49.)
6:6 Moritz Fürste (51.)
6:7 Jonathan Fröschle (54.)
7:7 Moritz Fürste (54.)
Verlängerung:
8:7 Marco Miltkau (65.)
8:8 Daniel von Drachenfels (73.)
Siebenmeterschießen:
9:8 Moritz Fürste
9:9 Jonathan Fröschle
10:9 Patrick Breitenstein
10:10 Daniel von Drachenfels
11:10 Dieter Linnekogel
11:11 Julian Hofmann-Jeckel
12:11 Marco Miltkau
12:12 Christian Reimann
13:12 Oliver Korn
13:13 Justus Scharowsky
13:14 Jonathan Fröschle
14:14 Moritz Fürste
14:15 Daniel von Drachenfels
Patrick Breitenstein verschießt

Strafecken:
UHC 7 (2 Tore) / CADA 4 (1 Tor)

Schiedsrichter:
Frank Lubrich / Alexander Tröllsch
50. Hallen-Endrunde Damen & Herren
29. & 30. Januar 2011 in Duisburg