NEWS
Finale Damen: Berliner HC - TuS Lichterfelde 5:3 nV (3:3, 1:2)
30.01.2011

Berliner HC sichert sich in der Verlängerung den Hallen-Titel

Die Damen des Berliner HC haben das Berliner Derby im Endspiel um die Deutsche Hallenhockey-Meisterschaft in der Duisburger Rhein-Ruhr-Halle knapp in der Verlängerung für sich entschieden. Gegen Lokalrivale TuS Lichterfelde, der bis zum Schluss an der ersten Meisterschaft der Vereinsgeschichte schnupperte, hieß es am Ende 5:3 nV (3:3, 1:2). Für die BHC-Damen ist es bereits der fünfte Hallentitel, aber auch der erste seit elf Jahren. „Der Druck war groß für uns vor diesem Spiel, weil alle gesagt haben, man müsse TuSLi schlagen. Aber die stehen ja nicht aus Versehen in einem Finale“, so BHC-Coach Dennis Grueneberg. „Ein großes Kompliment an TuSLi für diese Saison, wo auch ein Stück meines Herzens nach sieben Jahren Trainertätigkeit auch noch wohnt.“


„Die Enttäuschung ist jetzt natürlich groß, weil für uns heute was drin war“, sagte TuSLi-Trainer Oliver Holm. „In ein paar Tagen werden wir aber realisieren, dass wir eine tolle Saison gespielt haben. Heute waren wir phasenweise im Kopf etwas zu langsam, hatten auch in einigen Situationen Pech. Aber insgesamt hat der BHC hier heute verdient gewonnen.“

Die gut 2.000 Zuschauer beim Damen-Finale sahen zunächst einen nervösen Beginn mit vielen Fehlpässen und von der ersten Minute ein starkes Pressing des BHC. Das zahlte sich früh aus, als Natascha Keller nach einem Ballgewinn uneigennützig querlegte auf Sturmpartnerin Britta Billmann, die die Kugel ohne Mühe über die Torlinie drückte (3.). Mit der Führung im Rücken wirkte der BHC jetzt zielstrebiger und hatte weitere gute Aktionen, ohne diese jedoch in weitere Treffer ummünzen zu können. Erst nach einer guten Viertelstunde fand TuS Lichterfelde besser ins Spiel und tauchte nun öfter vor dem gegnerischen Tor auf. Prompt fiel der Ausgleich: Schöner Sololauf von Sonja Dittbrenner, die den Ball im Fallen noch über BHC-Keeperin Barbara Vogel ins Tor lupfte (18.). Und nur vier Minuten später stellte Kerstin Holm das Spiel auf den Kopf, als sie die erste Strafecke des Spiels zur Führung für den leichten Außenseiter versenkte. Jetzt spürten die Lichterfelderinnen, dass heute was gehen könnte und spielten viel befreiter auf. Der BHC hatte es bis dahin versäumt, vor allem aus der spielerischen Überlegenheit der ersten 20 Minuten und dem Chancenplus Zählbares zu machen und ging so mit einem knappen Rückstand in die Halbzeitpause.

Zu Beginn der zweiten Hälfte kämpfte sich der BHC zu seiner Stärke vom Spielbeginn zurück und übernahm wieder mehr die Spielkontrolle, während TuSLi defensiv tief stand und auf Konter lauerte. In der 34. Minute bekam der BHC die erste Ecke zugesprochen, die die Ex-Lichterfelderin Anke Brockmann direkt im Tor unterbrachte und die Partie damit wieder ausglich. Und ihr Team legte in Person von Natascha Keller umgehend nach. Von der rechten Seite zog die Star-Stürmerin ab und brachte den BHC wieder in Führung (35.). Jetzt hatte der Favorit die Partie wieder im Griff und erarbeitete sich weitere Chancen. Eine weitere Strafecke konnte Eliza Berrendorf auf der Linie gerade noch entschärfen (41.). Keeperin Sandra Haack war wenig später gegen Keller zur Stelle (46.). Insgesamt verflachte die Partie nun etwas, die Zahl der nennenswerten Kreisszenen nahm ab. Der BHC ließ den Ball geschickt im Dreier-Aufbau laufen, TuSLi griff nicht konsequent an. Doch in der 49. Minute hatte TuSLi den erneuten Ausgleich auf dem Schläger, doch Saskia Müller rettete gerade noch für ihre bereits geschlagene Torfrau Barbara Vogel. Im Gegenzug zielte Keller mit einer sehenswerten einhändigen Rückhand nur knapp rechts daneben. Doch Lichterfelde schaffte noch einmal den Ausgleich: Nach Schlägerfoul von Keller an Dittbrenner entschieden die Schiedsrichterinnen auf Siebenmeter, den Kerstin Holm etwas glücklich links halbhoch versenkte (54.). Vogel war noch dran gewesen. Bis zum Schlusspfiff vergaben beide Teams Chancen zum Sieg. Kerstin Holm holte Brockmanns präzisen Eckenschlenzer spektakulär aus dem Winkel (57.). Auf der anderen Seite hielt Vogel den Versuch von Holm – Müller blockte den Nachschuss. So musste die Entscheidung in der Verlängerung fallen.

Hier setzte sofort der BHC die erste „Duftmarke“: Keeperin Sandra Haack konnte den ersten Schuss von Britta Billmann noch parieren, doch der nächste Angriff führte zur Strafecke, die Anke Brockmann gewohnt sicher verwandelte (63.). In der Folge ließ der BHC wieder Chancen liegen. Haack rettete aus kurzer Distanz gegen Billmann (64.) und Brockmann verzog bei einer weiteren Ecke knapp rechts (65.). Und so kam TuSLi wieder zur Ausgleichschance: Die erste nennenswerte Aktion führte zum Siebenmeter, den Kerstin Holm allerdings rechts halbhoch verschoss (67.). Nach dem Seitenwechsel wogte die Partie munter hin und her, ohne dass sich daraus aber Chancen ergaben. In den letzten drei Minuten nahm TuSLi die Torhüterin für eine zusätzliche Feldspielerin raus und drückte nun in Überzahl auf den Ausgleich. Doch der BHC konterte noch einen Angriff ins TuSLi-Tor und machte damit die insgesamt fünfte Hallen-Meisterschaft der Vereinsgeschichte perfekt.

Tore:
1:0 Britta Billmann (3.)
1:1 Sonja Dittbrenner (18.)
1:2 Kerstin Holm (KE, 22.)
-------------------------
2:2 Anke Brockmann (KE, 34.)
3:2 Natascha Keller (35.)
3:3 Kerstin Holm (7m, 54.)
Verlängerung:
4:3 Anke Brockmann (KE, 63.)
5:3 Natascha Keller (75.)

Strafecken:
BHC 5 (2 Tore) / TuSLi 2 (1 Tor)

Schiedsrichter:
Michelle Meister / Christiane Hippler
50. Hallen-Endrunde Damen & Herren
29. & 30. Januar 2011 in Duisburg