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DM-Endspiel: Rot-Weiss Köln - UHC Hamburg 4:2 (1:2)
17.06.2010

Kölner verteidigen den DM-Titel – UHC erneut auf der Zielgeraden geschlagen

Rot-Weiss Köln hat den Titel verteidigt! In einem erneut dramatischen und extrem hochklassigen Endspiel setzten sich die Domstädter gegen den UHC Hamburg mit 4:2 (1:2). Damit geht der Blaue Meisterwimpel zum fünften Mal an Rot-Weiss, während die Hanseaten weiter auf den ersten nationalen Feld-Titel der Vereinsgeschichte warten müssen. „Unser Ziel war klar: Wir wollten Deutscher Meister werden“, sagte Meistercoach Christoph Bechmann. „Wir haben zwar in der ersten Hälfte schlecht gespielt und dem UHC viel zu viel Raum gelassen, aber mit der Leistung im zweiten Durchgang haben wir uns den Sieg wirklich verdient. Man sieht, dass das System, was wir in Köln aufgebaut haben, funktioniert. Was mich freut, ist, dass neben den Stars in unserem Team gerade auch in solchen Spielen die Kölner Jungs wie Meurer, Schwarzer und Axer herausstechen.“


Martin Schultze vom UHC zeigte sich entsprechend enttäuscht: „Wir hatten zwar wieder eine grandiose Saison mit dem EHL-Titel, aber die Meisterschaft wäre natürlich als Abschluss toll gewesen. Es waren zwei total unterschiedliche Halbzeiten. Die erste lief für uns perfekt, aber im zweiten Durchgang konnten wir die Partie nicht mehr kontrollieren. Hätten wir aus unseren Strafecken mehr gemacht und konsequent weiter gespielt, hätten wir auch eine reelle Siegchance gehabt.“

Nach einer kurzen Phase des Abtastens startete der UHC Hamburg mit einem Paukenschlag in dieses Finale. Ganz starker Pass von Patrick Breitenstein in den Schusskreis auf Jonas Fürste, der sich die Chance auf die frühe Führung nicht nehmen ließ (6.). Köln ließ sich davon aber nicht beeindrucken und versuchte nach wie vor, die Partie unter Kontrolle zu bekommen. Doch der UHC hielt mit dem Selbstvertrauen eines EHL-Siegers dagegen und erspielte sich sogar ein leichtes Übergewicht. Marco Miltkau belohnte sein Team dafür. Nach einem Pass von Philip Witte erhöhte der U21-Weltmeister in der 19. Minute auf 2:0. Jetzt war Köln gefordert, verstrickte sich jedoch zu oft in Einzelaktionen, während die Hamburger defensiv sicher standen, die Offensivbemühungen der Rot-Weissen zumeist gut unterbanden. In puncto Zweikampfstärke, Passgenauigkeit und vor allem Leidenschaft lag der UHC in dieser Phase klar vorn. Hoffnung auf Besserung im zweiten Durchgang machte den Kölnern Constantin Axer. Der Finalheld aus dem Vorjahr verkürzte mit einem satten Schlag aus sechs Metern halbrechts wie aus dem Nichts auf 1:2. Dennoch ging der UHC mit einer ausgesprochen verdienten Führung in die Halbzeitpause.

Gerade drei Minuten waren gespielt im zweiten Durchgang, da war alles wieder offen. Ein Konter über Christopher Zeller, der drang per Hundekurve in den Schusskreis ein. Seinen Pass kann UHC-Keeper Nicolas Jacobi ablenken, doch Fabian Bauwens-Adenauer nutzte den Abpraller zum Ausgleich für Köln (38.). Jetzt hatten auch die Kölner mitbekommen, dass man hier in einem DM-Finale spielt und drehten weiter auf. Jacobi war bei einem Stecherversuch gerade noch zur Stelle und auch Kölns Jan-Marco Montag und Tibor Weißenborn scheiterten am wachen Schlussmann der Hamburger. Doch der UHC blieb jederzeit gefährlich. In der 45. Minute klatschte ein Ball von Florian Fuchs an den Pfosten, Timo Wess klärte. Auf der anderen Seite kam Christopher Zeller am Kreisrand zum Schuss, verzog jedoch mit der Vorhand knapp links (48.). Nur eine Minute später fällt UHCs Jonas Fürste im Kreis, fordert Siebenmeter, bekommt aber „nur“ Ecke. Patrick Breitenstein vergibt gleich zwei Mal und Köln verpasste beim direkten Konter seinerseits den Führungstreffer. Es entwickelte sich jetzt ein offener Schlagabtausch bei extrem hohem Spieltempo. In der 57. Minute jubelten die Domstädter. Aus einem Getümmel heraus landete die Kugel bei Marcel Meurer, der aus kurzer Distanz einschob. Beide Mannschaften vergaben noch einige gute Chancen. Für die Vorentscheidung sorgte in der 65. Minute Christopher Zeller. Der Eckenspezialist traf mit einem knallharten Flachschlenzer für das 4:2, der im nächsten Angriff sogar das 5:2 auf dem Schläger hatte, aber zu leichtfertig vergab. In der Schlussphase wurde es zwar noch etwas hektisch, doch die Zeit lief ab und die nach Abpfiff auf das Feld stürmenden Fans feierten die Titelverteidigung für Rot-Weiss.

Tore:
0:1 Jonas Fürste (6.)
0:2 Marco Miltkau (19.)
1:2 Constantin Axer (30.)
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2:2 Fabian Bauwens-Adenauer (38.)
3:2 Marcel Meurer (57.)
4:2 Christopher Zeller (KE, 64.)

Strafecken:
RWK 6 (1 Tor) / UHC 2 (kein Tor)

Schiedsrichter:
Christian Blasch / Alexander Tröllsch
68. Herren Feld-Endrunde 2010
19. & 20. Juni 2010 in Düsseldorf