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DM-Endspiel: Club an der Alster - Uhlenhorst Mülheim 4:1 (2:0)
26.06.2011

Abgezockte Hamburger holen sich siebenten Titel der Vereinsgeschichte

Der Deutsche Meister 2011 heißt Der Club an der Alster und kommt aus Hamburg! Vor gut 2.100 Zuschauern beim „Fest des deutschen Hockeys“ in Mannheim gewannen die Alsteraner vor allem dank einer äußerst abgeklärten Defensivleistung vollkommen verdient mit 4:1 (2:0) gegen den aufopfernd kämpfenden, aber letztlich klar unterlegenen HTC Uhlenhorst Mülheim. Für die Hamburger ist damit die siebente Feldmeisterschaft der Vereinsgeschichte und nach der Hallenmeisterschaft Anfang des Jahres auch das Double 2011 perfekt. Im Rahmen der Siegerehrung wurden zudem Alsters Sebastian Biederlack zum besten Spieler und UHC-Keeper Nicolas Jacobi zum besten Schlussmann des Turniers gekürt.


„Ausschlaggebend war heute nicht nur die starke Abwehrarbeit, sondern vor allem, dass wir deren Raumdeckung gut gelesen haben und daraus unsere Ecken resultiert sind“, analysierte Alster-Trainer Joachim Mahn. „Meine Spieler sind heute ans Limit gegangen, haben die Vorgaben hervorragend umgesetzt. Dazu kam ein Riesen-Wille, heute als Sieger den Platz zu verlassen.“ Der Knackpunkt nach der „verkorksten Hinrunde“ sei der 5:0-Sieg beim UHC gewesen, wo man erkannt habe, „wie stark das Team eigentlich drauf ist“, so Mahn. „Vor ein paar Wochen sind wir gerade noch der Abstiegsrunde entgangen und heute haben wir den Pokal in den Händen – das ist schon unglaublich.“

Mülheims Trainer André Henning hingegen zeigte sich sehr enttäuscht: „Deutlich ist heute eigentlich nur das Ergebnis. Spielerisch waren wir eigentlich besser, und das wussten wir ja auch vorher, dass wir gegen Alster viel Aufwand betreiben müssen. Ballbesitz bringt ja aber am Ende keine Titel. Entscheidend war heute, dass wir unsere Standards und die zwei, drei dicken Chancen nicht genutzt haben. Viel mehr kann man gegen ein taktisch so gut eingestelltes Team wie Alster eigentlich nicht machen, als sich diese Menge an Chancen zu erarbeiten. Aber in der Offensive hatten wir heute einen gebrauchten Tag erwischt. In dieser Mannschaft steckt aber noch so viel Potenzial, und mit diesem ersten Finale, mit der EHL-Teilnahme kommt jetzt weitere Erfahrung dazu.“

Die Mannschaften begannen mit geduldigem Spielaufbau. Die erste gute Chance hatte der Club an der Alster, als Barry Middleton im Schusskreis Daniel von Drachenfels bediente. Der fälschte den Ball nur kurz ab, aber ohne Erfolg (3.). Das war auch der Weckruf für Mülheim, ab jetzt wogte die Partie hin und her. In der 7. Minute machte die Offensive der Westdeutschen zum ersten Mal auf sich aufmerksam, als Jan Gehlen und Thilo Stralkowski im Doppelpass auf das Alster-Tor zustürmten. Doch ein verstoppter Pass beendete die Aktion (8.). Im Gegenzug bekam Alster die erste Strafecke zugesprochen, nachdem Christian Reimann den Fuß eines Abwehrspielers gefunden hatte. Jonathan Fröschles Schuss in die Mitte hoch war eher schwach, doch mit einem satten Nachschuss war Tim Witthaus zur Stelle und markierte das 1:0 (9.).

HTC-Trainer André Henning schien nicht zufrieden und nahm eine Auszeit. Danach wirkte sein Team wacher und übernahm die Kontrolle im Mittelfeld. Doch die Hamburger standen defensiv sehr massiert, wirkten sehr unaufgeregt und präsent in der Abwehrarbeit. Wenn man einen Ball gewonnen hatte, schaltete Alster schnell um und konterte gefährlich. Ein langer Schlenzball landete bei Daniel von Drachenfels, der zwar an Uhlen-Keeper Brinkmann scheiterte, aber die zweite Strafecke zugesprochen bekam. Wieder trat Jonathan Fröschle an, doch der Schuss kam diesmal nicht von ihm. Abgelegt nach rechts, wo Sebastian Biederlack für Scott Tupper stoppte, und der Kanadier die Kugel zum 2:0 unter die Latte schlenzte (16.). Auf der anderen Seite bekam auch Mülheim endlich die erste Ecke (22.). Torjäger Thilo Stralkowski zog ab, Tim Jessulat im Alster-Tor war geschlagen, aber Scott Tupper klärte auf der Linie mit dem Fuß – Siebenmeter! Wieder hieß das Duell Stralkowski gegen Jessulat, und der Mülheimer scheiterte am Hamburger mit einem schwachen Schuss in die Mitte (23.). Der HTC war jetzt spielerisch das bessere Team, biss sich jedoch an der ebenso robusten wie stabilen Alster-Defensive die Zähne aus. Und wenn man mal durch war, kam auch Pech dazu: In der 26. Minute hatte Schmitz Stralkowski auf rechts frei gespielt. Der ließ Fröschle schön aussteigen, „senste“ dann jedoch über den Ball. Zwei Minuten später: Meyer auf den völlig freistehenden Jan-Philipp Rabente, doch der fand da seinen Meister im Hamburger Schlussmann. Die letzte Chance vor der Pause hatte noch einmal Mülheim per Strafecke. Wieder trat Stralkowski an, der beim Schuss jedoch leicht abrutschte. Es kam zwar noch zum Stecher-Versuch, die Chance war aber vertan (34.).

Das gleiche Bild nach dem Seitenwechsel: Mülheim rennt an, aber die Alster-Defensive um die bärenstarken „Abräumer“ Sebastian Biederlack und Barry Middleton, der nicht nur nach hinten arbeitete, sondern auch das Offensivspiel intelligent lenkte, hielt stand. Selbst die beiden nächsten Ecken für Mülheim brachten nichts ein. Erst verpassten Stralkowski und dann Meyer im Nachschuss (37.), dann verzog Johannes Schmitz, der überraschend schoss, deutlich (43.). Die Hanseaten kontrollierten die Partie jetzt nach Belieben, immer war ein Schläger zur Stelle, wenn er gebraucht wurde. Mülheim fiel in dieser Phase kein Mittel ein, den norddeutschen Abwehr-Riegel zu knacken.

Und es kam noch schlimmer für Uhlenhorst: Nach einer Gelben Karte für Jan Fleckhaus für Stockschlagen (56.) erhöhte Alster den Druck und wurde dafür prompt belohnt. Konter über Mark Pearson, der Daniel von Drachenfels bediente. Der Stürmer zog mit der argentinischen Rückhand ab und drehte anschließend ab – jubelnd über das 3:0 (59.). Als sich jetzt auch noch Ole Keusgen wegen Meckerns (61.) und später auch noch Jannik Otto für Stockschlagen (64.) Gelbe Karten abholten, schwanden auch bei den optimistischsten HTC-Anhängern die letzten Hoffnungen auf ein Hockey-Wunder. Stattdessen jubelte noch einmal Alster: Von Drachenfels passte von links auf den völlig freistehenden Mark Pearson, der den Ball nur noch zum 4:0-Endstand über die Linie drücken brauchte (65.). Mülheim gab sich jetzt auf, während auf der anderen Seite Sebastian Biederlack, der ein enormes Laufpensum absolviert hatte, mit Krämpfen vom Platz getragen wurde. Doch eine Chance auf den Ehrentreffer sollten die Uhlen noch bekommen. Mit der fünften Strafecke – wenn auch schlecht heraus gegeben – besorgte Thilo Stralkowski den 4:1-Endstand.

Tore:
1:0 Tim Witthaus (KE, 9.)
2:0 Scott Tupper (KE, 16.)
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3:0 Daniel von Drachenfels (59.)
4:0 Mark Pearson (65.)
4:1 Thilo Stralkowski (KE, 70.)

Strafecken:
CADA 2 (2 Tore) / UM 5 (1 Tor)

Gelbe Karte:
- / Jan Fleckhaus (56., Stockschlagen), Ole Keusgen (61., Meckern), Jannik Otto (64., Stockschlagen)

Zuschauer:
2.100

Schiedsrichter:
Moritz Meißner / Alexander Tröllsch
69. Herren Feld-Endrunde 2011
25. & 26. Juni in Mannheim