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Finale Herren: Rüsselsheimer RK – Rot-Weiss Köln 3:5 (2:1)
23.01.2009

Vom Aufsteiger zum Meister! Der Top-Favorit hat es tatsächlich geschafft. Ganze 14 Jahre nach dem letzten Titelgewinn feierte Rot-Weiss Köln die insgesamt siebte Meisterschaft der Vereinsgeschichte. Dabei agierte Finalgegner und Titelverteidiger über die gesamte Partie auf Augenhöhe und hatte durchaus die Chance, den von Vielen erwarteten Ausgang dieser Hallen-Saison zu verhindern. „Wir hatten am Ende etwas weniger zuzusetzen als die Kölner, deren überragende Individualisten dann eben zwei Unaufmerksamkeiten nutzen“, so RRK-Trainer Kai Stieglitz. „Jetzt, da wir in Duisburg den Titel verpasst haben, sind wir natürlich um so heißer auf den Europapokal bei uns in Rüsselsheim.“

Die etwa 2.300 Zuschauer in der gut gefüllten Duisburger Rhein-Ruhr-Halle sahen von Beginn an eine temporeiche und äußerst hochklassig geführte Partie. Rüsselsheim kombinierte besser, Köln dank individueller Klasse mit gefährlichen Einzelaktionen. Doch sowohl Hauke, beide Weß-Brüder und Bauwens-Adenauer auf RWK-Seite als auch Petersen und Jost für den RRK vergaben die Chancen in der Anfangsphase. Erst in der zwölften Minute durfte zum ersten Mal gejubelt werden – und zwar beim Titelverteidiger. Minar verwandelte die erste Strafecke. Die Hessen hielten die Kölner Offensive mit starkem Pressing unter Kontrolle, und wenn etwas durchkam, war bei Keeper Andreas Späck Endstation. Wuttke brachte in der 24. Minute nach einer kuriosen Eckenvariante den Nachschuss zum 2:0 unter. Sicher mit etwas Wut im Bauch „hämmerte“ Christopher Zeller nur eine Minute später eine Strafecke unter die Latte. Beinahe hätte RRK-Routinier noch vor der Pause das 3:1 erzielt, doch verzog nach links. Für die erhitzten Gemüter kam die Halbzeit gerade recht.

Das Spiel büßte auch nach dem Seitenwechsel nichts an Dramatik und Klasse ein. Der Ausgleich durch Marcel Meurer fiel, weil der RRK bei einem Freischlag von links nicht aufpasste und Christopher Zeller für den Stecher auflegte. Timo Weß brachte die Domstädter per verwandelter Strafecke die erste Führung, was Rüsselsheim aber nicht schockte. Jost nach Zuspiel vom starken Petersen mit dem erneuten Ausgleich. Ein Geistesblitz von Tibor Weißenborn brachte Köln vor. Der Olympiasieger ließ Minar aussteigen und schon flach an Keeper Späck vorbei ein. Die Vorentscheidung war Christopher Zeller zu verdanken, der einen kraftvollen Schuss vom Kreisrand im RRK-Tor unterbrachte. Die Rüsselsheimer brachten nun einen zusätzlichen Feldspieler für den Torhüter, doch ernsthafte Gefahr brachte die Aktion nicht mehr. Am Ende feierte mit Köln ein Aufsteiger – allerdings beinahe erwartungsgemäß – den Titelgewinn.

„Das war das erwartet enge Spiel. Wir mussten hier buchstäblich um jedes einzelne Tor kämpfen. In der ersten Halbzeit haben wir das noch vermissen lassen“, so der neue Meistertrainer Christoph Bechmann. Und Olympiasieger Phillipp Zeller fügte hinzu: „Ein Riesenkompliment an die Rüsselsheimer, dass sie auch im Vorfeld selbstbewusst als amtierenden Deutscher Meister aufgetreten sind und uns hier im Endspiel bis in den roten Bereich alles abverlangt haben.“

Tore:
1:0 Christian Minar (KE, 12.)
2:0 Tobias Wuttke (KE, 24.)
2:1 Christopher Zeller (KE, 25.)
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2:2 Marcel Meurer (37.)
2:3 Timo Weß (KE, 43.)
3:3 Thomas Jost (48.)
3:4 Tibor Weißenborn (51.)
3:5 Christopher Zeller (55.)

Ecken:
RRK 5 (2 Tore) / RWK 9 (2 Tore)

Schiedsrichter:
Michael von Ameln (Rheydt) / Christian Blasch (Mülheim)
48. Hallen-Endrunde Damen & Herren
24. & 25. Januar 2009 in Duisburg