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Finale Herren: Rot-Weiss Köln - Uhlenhorst Mülheim 5:7 (1:1)
06.02.2014

Der HTC Uhlenhorst Mülheim hat am Sonntag in Hamburg nach 27 Jahren Pause den zweiten Hallenmeistertitel der Clubgeschichte geholt. Die Mannschaft von André Henning besiegte im westdeutschen Finale Rot-Weiss Köln vor 3.200 Zuschauern mit 7:5 (1:1) und revanchierte sich damit für die Niederlage im Feldhockey-Finale im Juni 2013 ebenfalls in der Hansestadt. Matchwinner war UHTC-Kapitän Thilo Stralkowski, der von den Medien auch zum besten Spieler des Turniers gewählt wurde, mit vier Treffern. Kölns Torwart Peter Schlich wurde als bester Keeper der Endrunde ausgezeichnet.

UHTC-Trainer André Henning: „Ich denke, wir sind absolut verdient Deutscher Meister geworden. Wir haben alles, was wir an Enttäuschungen in den letzten Jahren einstecken mussten, in positive Energie umgewandelt. Wir wussten, wenn man lang genug dranbleibt, belohnt man sich am Ende selbst. Wir wollten diesen Titel – und haben heute endlich zugepackt!“

Benedikt Fürk (UHTC): „Es ist ein unbeschreibliches Gefühl, nach so vielen Anläufen! Wir sind erleichtert und super glücklich! Die Mannschaft, die schon über so viele Jahre zusammenspielt, hat das absolut verdient. Dabei hatten wir diese Saison zu Beginn eher als Übergangssaison gesehen, aber dann sind in der Phase mit den vielen internationalen Maßnahmen andere Spieler in die Bresche gesprungen und so konnten wir die Saison mit dem Titel krönen!“

Kölns Trainer Frederik Merz: „Wir hatten heute leider offensiv keine Idee. Bei der Durchschlagskraft hat es nicht gepasst und auch die Ecke war kein Faktor! Am Ende hatte Mülheim in den entscheidenden Phasen den richtigen Touch. Sie waren gut auf uns eingestellt. Das ist uns nicht gelungen, und das war auch schon der entscheidende Punkt.“

Es war von Beginn an ein stark von der Taktik geprägtes Spiel. Beide Teams waren darauf bedacht, in Überzahl mit fünf Feldspielern ihre Chancen durch schnelles Passspiel zu suchen, verzichteten deshalb oft auf den schnellen Gegenangriff, um lieber den Torwart für den fünften Feldspieler auszuwechseln. Dadurch ergaben sich häufig statische Situationen am Kreis, bei denen die Abwehrspieler durch gutes Stellungsspiel Torchancen zu absoluter Mangelware machten.

Mülheim hatte die erste Großchance, als Thilo Stralkowski in der 3. Minute bei einer Strafecke den rechten Außenpfosten traf. Der West-Meister hatte mehr Torchancen, konnte aber Peter Schlich, der mehrere gute Paraden zeigte, erst einmal nicht überwinden. In der 18. Minute war es dann passiert. Bei der zweiten Mülheimer Ecke zielte Stralkowski noch ein wenig besser und brachte Uhlenhorst in Führung. Der HTC hatte sogar noch eine dritte Ecke, deren Ausführung aber misslang, ehe Köln ebenfalls per Standardsituation zum Anschlusstreffer kam.

Christopher Zellers Schlenzer passte in der 28. Minute genau zwischen Felix Reuss und den linken Pfosten zum 1:1. So ging die Partie, in der Mülheim leichte Vorteile verzeichnen konnte, mit einem Unentschieden in die Pause. Köln hatte die erste Großchance nach der pause per Strafecke, doch Zellers Flachschlenzer wurde von Reuß links neben das Tor gelenkt. Auf der Gegenseite profitierte Christopher Rühr von einem der wenigen Fehler von Schlich, der einen unberührten Ball abprallen ließ, anstatt ihn durchzulassen. Rühr bedankte sich und lupfte zum 2:1 (33.) ein.

Mülheim behielt die größeren Chancen. Schlich klärte bravourös gegen Fürk. Dann war es Benjamin Wess, der kurz vor Tor frei gespielt wurde und zum erneuten Ausgleich traf (37.). Per Strafecke holte Ole Keusgen die Führung für Mülheim zurück. Dann vielleicht die entscheidende Szene des Spiels. Bei einem Zweikampf verliert Thiel seinen Schläger. Dadurch musste Wess einen Mülheimer, der auf dem Weg zum Tor war, mit Foul bremsen und sah von Moritz Meißner Gelb.

Köln protestierte, weil man die Aktion vorher gegen Thiel bereits als Foul gewertet haben wollte. Doch die Entscheidung stand. Zudem machte Stralkowski die dadurch fällige Strafecke auch noch zum 4:2 (46.) rein. Köln überstand zwar den Rest der zweiminütigen Untetzahl, doch genau als Wess zurück war, leistete man sich eine Unaufmerksamkeit auf der linken Abwehrseite, die Stralkowski ganz clever zum 5:2 (48.) nutzte.

Köln nahm nun Schlich komplett für Jan-Marco Montag als Feldspieler mit Torwartrechten vom Platz und versuchte Druck auf die UHTC-Deckung auszuüben. Das gelang auch, als Montag in der 50. Minute mit einem krachenden Schlenzer vom Kreisrand das 3:5 erzielte. Doch Stralkowski konnte mit der nächsten Ecke nur eine Minute später den Drei-Tore-Abstand wiederherstellen. Für die Vorentscheidung sorgte – mit in die Kölner Druckphase – Christopher Rühr, der im Konter von rechts das 7:3 (55.) erzielte.

Köln gab nie auf, konnte durch Zellers nächsten Eckentreffer auch noch auf 4:7 (57.) verkürzen. Doch es fehlten die Ideen, um Mülheim in der Schlussphase noch einmal richtig in Bedrängnis zu bringen. Bei bereits abgelaufener Uhr schoss Zeller noch eine Ecke ins Tor – da waren die Gegner aber schon jubelnd auf dem Weg in ihre Fankurve.

Tore:
0:1 Thilo Stralkowski (KE, 18.)
1:1 Christopher Zeller (KE, 26.)
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1:2 Christopher Rühr (33.)
2:2 Benjamin Wess (37.)
2:3 Ole Keusgen (KE, 44.)
2:4 Thilo Stralkowski (KE, 46.)
2:5 Thilo Stralkowski (48.)
3:5 Jan-Marco Montag (50.)
3:6 Thilo Stralkowski (KE, 51.)
3:7 Christopher Rühr (55.)
4:7 Christopher Zeller (KE, 57.)
5:7 Christopher Zeller (KE, 60.)

Strafecken:
RWK 4 (3 Tore) / UM 6 (4 Tore)

Gelbe Karten:
RWK 1 (Wess, 46.) / UM –

Schiedsrichter:
Moritz Meißner / Alexander Tröllsch
53. Hallen-Endrunde Damen & Herren
08. & 09. Februar 2014 in Hamburg