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1. Halbfinale Damen: UHC Hamburg - Berliner HC 3:2 (2:0)
02.06.2012

Der UHC Hamburg zieht als erste Mannschaft in das Damen-Finale der Deutschen Meisterschaft 2012 in Berlin ein. Beim 3:2 (2:0) gegen die Gastgeberinnen vom Berliner HC überzeugten die Hamburgerinnen vor allem zum Ende der ersten und Anfang der zweiten Halbzeit. Die Hauptstädterinnen machten es in den Schlussminuten noch einmal spannend, als Natascha Keller die beiden Berliner Treffer markierte.

Direkt mit dem UHC-Anstoß machten die Damen des Berliner HC Druck, eroberten den Ball bereits im Mittelfeld und setzten nach 40 Sekunden mit einem Lattentreffer die erste Duftmarke. Nach drei Minuten erhielten die Berlinerinnen die erste Strafecke zugesprochen, Nationaltorhüterin Yvonne Frank im UHC-Kasten konnte aber klären. Im direkten Gegenzug entschieden die Schiedsrichterinnen ebenfalls auf Strafecke, Eileen Hoffmann verzog aber knapp. Nach sieben Minuten jubelte erstmals der BHC: Natascha Keller eroberte den Ball und verwandelte aus spitzen Winkel. Doch Schiedsrichterin Gabriele Schmitz hatte zuvor auf Stockfoul im Kreis entschieden und zur Kurzen Ecke gepfiffen, der Treffer zählte nicht – eine Situation, die für die Berlinerinnen doppelt tragisch wurde: Zum einen fiel Keller beim Torschuss auf die rechte Schulter und musste 20 Minuten behandelt werden, zum anderen konnte Frank auch die folgende Ecke parieren. Den Konter über Pia Oldhafer entschärfte der BHC nur durch irregulären Fußeinsatz, folgerichtig entschieden die Schiedsrichter auf Siebenmeter. Vom Punkt aus trat Lisa Hahn an und verwandelte oben links zum 1:0 (8.). Die Berlinerinnen blieben trotz des Rückschlags gefährlich, aber das Fehlen von Natascha Keller machte sich bemerkbar. Und wenn die Hauptstädterinnen doch einmal in den Schusskreis kamen, war Torfrau Frank stets zur Stelle. In der 17. Spielminute hatten die Berlinerinnen schon wieder zum Jubeln angesetzt, als Lisa Hapke die Kugel im Netz unterbrachte, aber auch hier erkannten die Schiedsrichterinnen eine Regelwidrigkeit, auch dieser vermeintliche Treffer zählte nicht. Stattdessen erhöhte der UHC drei Minuten später auf 2:0 (20.): Janne Müller-Wieland zog halblinks per argentinischer Rückhand ab, Barbara Vogel im BHC-Tor konnte nur auf den Schläger von Eileen Hoffmann abwehren. Diese Chance ließ sich die Toptorschützin der Liga nicht entgehen und drückte den Ball über die Linie. Für eine Vorentscheidung war es in diesem hochklassigen Spiel aber noch zu früh, immer wieder kamen beide Mannschaften in der Folge zu Torchancen, allerdings ohne Erfolg. Bis zum Halbzeitpfiff blieb es beim 2:0.

Nach dem Seitenwechsel schien das Spiel nach 30 Sekunden entschieden. Nach Vorlage von Jana Teschke schockte Lisa Hahn mit ihrem zweiten Tor die Berlinerinnen. Wer nun dachte, die Berlinerinnen würden sich geschlagen geben, hatte die Rechnung ohne die wiedererstarkte Natascha Keller gemacht. Nachdem der BHC nun mehr Zug zum Tor entwickelte, zeigte Natascha Keller beim Nachschuss nach der vierten Ecke ihre Torgefährlichkeit, verzog aber knapp. Zehn Minuten vor dem Ende war Keller dann endlich erfolgreicher und erzielte im Eckennachschuss das 3:1 (60.). Beim BHC keimte Hoffnung auf. Nur fünf Minuten später machte erneut Keller das Spiel noch einmal richtig spannend. Quasi im Alleingang setzte sich die Rekordnationalspielerin im Schusskreis durch und verwandelte volley zum 3:2-Anschluss (65.). In den verbleibenden fünf Minuten setzte Berlin alles auf eine Karte, der UHC kam nur noch zu vereinzelten Entlastungsangriffen. Die Bemühungen des BHC blieben aber ergebnislos. 18 Sekunden vor Spielende vergab Lisa Hahn für den UHC die letzte Chance des Spiels.

Nach dem Spiel war UHCs Janne Müller-Wieland sichtlich erleichtert: „Wir haben sehr nervös begonnen, Berlin hatte gute Chancen. Der Start in die 2. Halbzeit war super, aber nach dem 3:0 war es schwierig, die Spannung über weitere 34 Minuten aufrecht zu erhalten. Am Ende hatten wir auch etwas Glück, dass es 3:2 für uns ausging.“

Enttäuscht zeigte sich Julia Karwatzky vom BHC nach dem Ausscheiden ihrer Mannschaft: „Das war bitter. Wir haben das Tor einfach nicht getroffen, auch wenn wir in der ersten Halbzeit klar besser waren. Zehn Minuten vor dem Ende kommt das Tor einfach zu spät.“

Tore:
1:0 Lisa Hahn (7m, 8.)
2:0 Eileen Hoffmann (20.)
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3:0 Lisa Hahn (36.)
3:1 Natascha Keller (KE, 60.)
3:2 Natascha Keller (65.)

Grüne Karte:
Caroline Schnitzer, BHC (34., Stockschlagen)

Strafecken:
UHC 3 (kein Tor) / BHC 6 (1 Tor)

Schiedsrichter:
Gabriele Schmitz / Heike Holthausen
67. [D] & 70. Endrunde [H] Feld 2012
2./3. Juni 2012 in Berlin