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Finale: Berliner HC - UHC Hamburg 4:2 (2:0)
13.06.2010

Berliner HC feiert den achten Feld-Titel der Vereinsgeschichte

Der Deutsche Meister im Feldhockey der Damen 2010 heißt Berliner HC! Die Damen aus der Hauptstadt gewannen das hochklassige Finale gegen Vorjahressieger UHC Hamburg mit 4:2 (2:0) und feierten damit den achten Feldtitel der Vereinsgeschichte. Die Finalisten zeigten eine temporeiche Partie mit vielen Chancen auf beiden Seiten, in der Berlin das insgesamt kaltschnäuzigere Team war. Den Erfolg auf der ganzen Linie für den BHC machten Katharina Otte und Barbara Vogel perfekt, die zur besten Spielerin bzw. zur besten Torhüterin des Endrunden-Turniers gekürt wurden.


„Erster DM-Titel gleich im ersten Jahr: Das fühlt sich wirklich cool an“, atmete BHC-Trainer Dennis Grueneberg durch. „Das war ein Nerven aufreibendes Endspiel. Über 70 Minuten gesehen haben wir aber verdient gewonnen. Wir hatten heute in manchen Szenen auch Glück, haben aber gezeigt, dass man mit disziplinierten Spiel, und wenn alle an einem Strang ziehen, eine gute Saison auch zu einem erfolgreichen Abschluss bringen kann. Das haben wir uns auch hart erarbeitet.“

Die gut 950 Zuschauer sahen von Beginn an verteilte Kräfte und bereits in der vierten Minute die erste Großchance für Britta Billmann, die allerdings allein vor UHC-Keeperin scheiterte. Der UHC offenbarte in der Anfangsphase Schwächen in der Defensive um Janne Müller-Wieland. Der BHC zeigte das aggressivere und dynamischere Spiel, während der UHC eher verhalten agierte. Erst in der neunten Minute leitete Kristina Hillmann den ersten gefährlichen Angriff des UHC ein, doch Victoria Somin verfehlte das Berliner Tor knapp. Jetzt legte der BHC einen Zahn zu, hatte das spielerische Übergewicht und zog ein starkes Pressing auf. Zwei Mal Keller und Billmann tauchten gefährlich im UHC-Schusskreis auf. Pech für den UHC in der 20. Minute: Marie Mävers passte halbhoch an den rechten Pfosten, wo Eileen Hoffmann den Ball über die Linie blockte. Aber die Schiedsrichter verwehrten dem Tor die Annerkennung - gefährlich hoher Querpass. In der Folge nahm die Partie weiter Fahrt auf, aber der BHC am Drücker. In der 28. Minute versenkte Natascha Keller einen Dropkick von halbrechts zur verdienten 1:0-Führung. Die nun folgende Drangphase des UHC unterbrach Berlins Trainer Grueneberg mit einer Auszeit auf die wenig später das 2:0 folgte. Mit der vierten Strafecke des Spiels - hoch geschlenzt - traf erneut Keller. Yvonne Frank verhinderte kurz vor dem Pausenpfiff einen noch höheren Rückstand, als sie in letzter Not vor der einschussbereiten Britta Billmann klärte.

Nach der Pause drängte der UHC die Berliner in die eigene Hälfte. Die aber verteidigten mit Mann und Maus. Das Engagement der Hanseaten belohnte Roda Müller-Wieland mit einem flach links verwandelten Siebenmeter (39.). Zuvor hatte Svenja Schuermann Janne Müller-Wieland auf der Grundlinie gefoult. Der UHC war jetzt am Drücker, doch der BHC stand hinten sicher, kam aber in dieser Phase kaum noch selbst vor das gegnerische Tor. Die Folge: Lisa Hahn schoss argentinisch an den Pfosten. Youngster Julia Dudorov nutzte den Abpraller zum Ausgleich (50.). Wie aus dem Nichts das 3:2 für den BHC: Freischlag, Keller blockte von halbrechts in die Mitte, wo Victoria Wieske den Ball über Keeperin Frank in Tor bugsierte. Der UHC spielte unbeeindruckt weiter, hatte bei der zweiten Ecke allerdings Pech. Die Variante missglückte und Barbara Vogel im BHC-Tor zeigte eine ganz starke Parade gegen den Nachschuss von Janne Müller-Wieland. Auf der anderen Seite umstrittener Siebenmeter für den BHC. Julia Karwatzky verwandelte mit etwas Glück. Dem UHC fiel jetzt nicht mehr viel ein, drückte aber nochmal. Müller-Wieland scheiterte mit noch einer Ecke an BHC-Schlussfrau Barbara Vogel. Die Zeit lief herunter und der Berliner HC feierte am Ende die achte Deutsche Meisterschaft auf dem Feld.

„Ich hätte mir natürlich einen anderen Abschluss gewünscht“, sagte UHC-Coach Lars Reinecke, der sein Amt jetzt aus beruflichen Gründen abgibt. „Wir haben die erste Hälfte leider verpennt und zwei für mich klare Siebenmeter nicht bekommen. So war es natürlich ein Kraftakt, sich zurück zu kämpfen. Insgesamt geht der Sieg für den BHC aufgrund der ersten Halbzeit in Ordnung. Glückwunsch nach Berlin!“ Insgesamt blicke er auf schöne und sehr erfolgreiche fünf Jahre als UHC-Trainer zurück. „Die Mannschaft ist stark, bekommt mit Kais al Saadi einen sehr guten Trainer und wird auch in den kommenden Jahren oben dabei sein.“

Tore:
1:0 Natascha Keller (28.)
2:0 Natascha Keller (KE, 32.)
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2:1 Roda Müller-Wieland (7m, 39.)
2:2 Julia Dudorov (50.)
3:2 Victoria Wieske (55.)
4:2 Julia Karwatzky (7m, 60.)

Strafecken:
BHC 4 (1 Tor) / UHC 3 (kein Tor)

Schiedsrichter:
Michelle Meister / Bastian Karlshaus
65. Damen Feld-Endrunde 2010
12. & 13. Juni 2010 in Mannheim