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Relegation 2: TuS Lichterfelde - Eintracht Braunschweig 2:1 nGG (1:1, 1:0)
13.06.2010

Die Damen von TuS Lichterfelde bleiben erstklassig! In der Relegation im Rahmen der Damen-Endrunde in Mannheim setzte sich der hockeyliga-Neunte mit x:x (1:0) gegen Eintracht Braunschweig durch, dass damit auch den zweiten Aufstiegsmatchball an diesem Wochenende vergab. In einer eher einseitigen Partie waren die Hauptstädterinnen erwartungsgemäß das deutlich frischere Team, hatte Braunschweig doch erst am Vortag gegen Gastgeber Mannheimer HC gespielt. Weil TuSLi es aber versäumte, aus der optischen Überlegenheit auch Tore zu generieren und zudem in 70 Minuten nur eine von elf Ecken nutzte, musste die Partie in der Verlängerung entschieden werden. Da war es ausgerechnet die zwölfte Ecke, die Steffi Gorr per Stecher in der 82. Minute zum Golden Goal nutzte.

„Jetzt fällt natürlich die Anspannung ab“, so TuSLi-Trainer Oliver Holm. „Wir waren über die meiste Zeit das bessere Team, haben aber nach dem 1:1 das Grübeln angefangen und das Spiel ohne Ball vernachlässigt. So wurde es am Ende wirklich noch mal ganz eng.“ Braunschweigs Trainer Carsten Alisch war entsprechend enttäuscht: „Wir waren spätestens ab der 45. Minute das bessere Team, als wir endlich Bundesliga-Tempo aufgenommen hatten. Aufgrund der vielen Chancen hätten wir den Sieg durchaus verdient gehabt.“

Die Mannschaften verschwendeten nicht viel Zeit mit Abtasten, sondern versuchten, schon früh Druck auf die gegnerische Abwehr auszuüben. In der Anfangsphase gelang das den Braunschweigerinnen etwas besser, doch die Pässe fanden zu selten den Weg in die Spitze. In der 8. Minute die erste echte Chance für Nadine Ernsting-Krienke, doch die Eintracht-Stürmerin scheiterte nach starkem Zuspiel von Anke Kühn an der Berliner Torhüterin Friederike Rosseck. Das schien der Startschuss für die TuSLi-Offensive zu sein, denn in der Folge sorgte fast nur der Erstligist für gefährliche Szenen. Sarah Maß vergab die Riesenchance zur Führung, als sie nach einem Abpraller nur die hintere Torstange traf (13.). Bis zur Pause erarbeiteten sich die Hauptstädterinnen nicht weniger als sieben Ecken, die jedoch oft unsauber ausgeführt wurden. So stolperte etwa Lena Langer in einen Flachschlenzer der eigenen Schützin und verhinderte so das mögliche 1:0 (15.). Besser machte es Torjägerin Kerstin Holm, die in der 18. Minute mit einer Strafecke zwar zunächst scheiterte, die Kugel im Nachschuss jedoch unhaltbar unter die Latte schlenzte. Erneut Ernsting-Krienke versuchte es mit der prompten Antwort, doch die sie traf den Ball mit der argentinischen Rückhand am Kreisrand nicht sauber (23.). Die Eintracht drückte jetzt mehr, die deutlich gefährlicheren Angriffe lief jedoch TuSLi. Vor allem Gemma Flynn sorgte immer wieder für Aufregung im gegnerischen Schusskreis. Die Braunschweigerinnen hätten sich auch nicht beschweren dürfen, hätte es zur Pause bereits 3:0 gestanden.

Im zweiten Durchgang blieb Lichterfelde das bestimmende Team, doch vor allem die Eckenausführung war zum Teil katastrophal. Braunschweig blieb in der Offensive weiter blass und konnte sich bei Keeperin Viktoria Wiedermann bedanken, die zwei, drei Mal auf dem Posten war. Und so kam es wie so oft, wenn man die eigenen Chancen nicht nutzt: In der 58. Minute parierte Friederike Rosseck zwei Mal gegen Anke Kühn, doch im zweiten Nachschuss war die TuSLi-Keeperin gegen Rebecca Judisch machtlos. Jetzt war die Partie wieder völlig offen und beide Teams hatten in der Schlussphase mehrfach den Siegtreffer auf dem Schläger. Schönes Zusammenspiel von Holm und Flynn, doch Wiedermann war erneut zur Stelle (59.). 62. Minute: Pass von Anke Kühn und Mareike Klindworth lenkte die Kugel knapp rechts vorbei. Wieder auf der anderen Seite scheiterte Gemma Flynn aus spitzem Winkel ebenfalls an der Schlussfrau (65.). Bis zum Abpfiff hatte Braunschweig noch drei weitere dicke Chancen, doch die Partie musste in der Verlängerung entschieden werden.

Hier ging es nahtlos dramatisch weiter, beide Mannschaften kämpften jetzt mit offenen Visieren. Erst stoppte Inga Matthes TuSLis Torjägerin Kerstin Holm im letzten Moment, dann hatte Nadine Ernsting-Krienke das Golden Goal auf dem Schläger, doch ihr Versuch flog zwei Meter über das Tor (74.). In der 79. Minute war es erneut Eintracht-Keeperin Wiedermann, die ihr Team mit einer Glanzparade gegen Flynn und Gorr die Entscheidung verhinderte. In der 82. Minute dann die Entscheidung. Die zwölfte Ecke für TuS Lichterfelde: Flach geschossen von Kerstin Holm, Steffi Gorr hält den Schläger rein und lenkt den zur Entscheidung ins Tor. Der Rest war Jubel!

Tore:
1:0 Kerstin Holm (KE, 18.)
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1:1 Rebecca Judisch (58.)
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2:1 Stefanie Gorr (KE, 82.)

Strafecken:
TuSLi 12 (2 Tore) / EB 1 (kein Tor)

Schiedsrichter:
Gaby Schmitz / Sandra Wagner
65. Damen Feld-Endrunde 2010
12. & 13. Juni 2010 in Mannheim